Ein Haus mit Geschichte, Patina und Charme

NABU und Rotenburger Werke weihen Schafstall ein und eröffnen Fotoausstellung

Roland Meyer und Jutta Wendland-Park zerschneiden feierlich das Band
Roland Meyer und Jutta Wendland-Park zerschneiden feierlich das Band

Ein alter Schafstall steht seit kurzem im Mitmach- und Erlebnisgarten auf dem Hartmannshof. Jetzt wurde er feierlich eingeweiht und eine Fotoausstellung zur Landwirtschaft in seinem Inneren eröffnet.

„Sieht er nicht so aus, als ob er immer hier gestanden hätte“, fragt Pastorin Jutta Wendland-Park, Vorstandsvorsitzende der Rotenburger Werke, die zahlreichen Gäste in ihrer Ansprache, an deren Ende sie das alte Gebäude segnet. Dabei hat der historische Schafstall schon eine sehr bewegte Zeit hinter sich. Zunächst hatte er in Basdahl gestanden, wo er 1978 einer Straße weichen musste. Er wurde damals in Bremervörde wieder errichtet. Dort hatte er einen ungünstigen Standort, so dass seine alten Balken und das Reetdach langsam aber sicher verrotteten.

„Wir hoffen, dass der Stall jetzt seinen endgültigen Standort gefunden hat“, sagt Roland Meyer. Der Vorsitzende des NABU Rotenburg hatte dafür gesorgt, dass der alte Schafstall nach Rotenburg in den MEGa-Garten kam. Mit Unterstützung der Bingo Umweltstiftung und weiteren Zuschussgebern gelang es, den Schafstall wieder so aufzubauen, dass er jetzt erneut unter Denkmalschutz steht. Ebenfalls tatkräftig mit angepackt hatten 41 ehrenamtliche Helfer des NABU Rotenburg, die es zusammen auf 1.200 Arbeitsstunden brachten.

Das Besondere an diesem Stall ist seine Krummsparrenbauweise, die früher einmal in der Region häufiger zu finden war. Inzwischen sind nur noch fünf solcher Ställe in musealer Umgebung für die Nachwelt gesichert.

„Wir wünschen uns, dass der Schafstall ein Wahrzeichen für den Mitmach- und Erlebnisgarten wird“, sagt Meyer, der sich freut, „ein Gebäude mit Geschichte, Patina und Charme“ für den Garten gefunden zu haben. Im Stall stehen Tische und Stühle, an denen beispielsweise die zahlreichen Schulklassen, die es in den MEGa zieht, Platz finden können. Aber auch alle anderen Besucher sollen hier bei Regen Unterschlupf finden.

Darüber hinaus beherbergt das alte Gebäude eine Fotoausstellung zum Wandel der Landwirtschaft im Landkreis Rotenburg. Im Vorfeld hatte der NABU dazu aufgerufen, alte Fotos zur Verfügung zu stellen. Sehr viele Menschen aus dem Landkreis Rotenburg waren diesem Aufruf gefolgt. „Mit Hilfe dieser Fotos und dieser Geschichten habe ich versucht, ein Bild der Landwirtschaft im Landkreis Rotenburg zu zeichnen“, sagte Anette Meyer, die die Ausstellung federführend betreute. Das Material reichte von 1903 bis 1986. Es dokumentiert einen Wandel, der auch großen Einfluss auf den Haushalt der Natur hatte.

Zu sehen sind rund 80 Bilder aus den Themenbereichen Menschen, Tiere, Höfe, Feld&Flur und Technik. Dazu kommen zum Teil sehr persönliche Erlebnisse oder auch allgemeine Informationen zur Landwirtschaft, die Meyer in kurzen Zitaten, kleinen Berichten und Sachtexten aufbereitet hat.

Viele derjenigen, die Fotos beigesteuert hatten, waren während der Einweihungsfeier zugegen und zeigten sich sehr beeindruckt von der Ausstellung und dem Platz, den ihre Geschichte darin einnimmt.

Die Ausstellung ist täglich im Schafstall auf dem Gelände des Mitmach- und Erlebnisgartens (MEGa) auf dem Hartmannshof zu sehen. Der Eintritt ist frei. Der MEGa ist rund um die Uhr geöffnet.

 

Das Projekt Schafstall-Umsetzung und die Fotoausstellung wurden unterstützt von der Bingo Umweltstiftung.

Historische Fotos im historischen Stall

Neues Projekt: NABU sucht alte Bilder aus der Landwirtschaft und von Bauerngärten

Siegfried Janke und Anette Meyer hoffen darauf, dass viele Menschen in ihren Fotoalben stöbern.
Siegfried Janke und Anette Meyer hoffen darauf, dass viele Menschen in ihren Fotoalben stöbern.

Der denkmalgeschützte Schafstall auf dem Gelände des NABU-Mitmach- und Erlebnisgartens (MEGa) am Hartmannshof der Rotenburger Werke in Rotenburg ist fast fertig. Jetzt erstellen die Naturschützer eine Mitmach-Fotoausstellung, die in dem Gebäude gezeigt werden soll. Für dieses von der Bingo-Umweltstiftung und der Stiftung der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde geförderte Projekt ruft der NABU die Menschen aus dem Landkreis Rotenburg zur Mithilfe auf.

Zur Erinnerung: Im Herbst 2015 hatte der NABU einen in Bremervörde verfallenden, denkmalgeschützten so genannten Krummsparrenschafstall geborgen. Jetzt erstrahlt das Gebäude an einem öffentlich zugänglichen Ort in Rotenburg in neuem Glanz – mit restaurierten und gesäuberten Balken, neuem Reetdach, mit Weiden ausgeflochtenen und mit Lehm beworfenen Wänden und einer richtigen Lehmdiele. Einen Großteil der Arbeiten hatten NABU-Ehrenamtliche in Eigenleistung erbracht. Die Leitung des Projekts oblag der NABU-Umweltpyramide. Finanzielle Unterstützung leisteten neben der Bingo-Umweltstiftung der Landkreis und die Stadt Rotenburg sowie die Rotenburger Werke.

„Nun haben wir hier ein historisches, regionaltypisches Gebäude stehen. Und das wollen wir sinnvoll nutzen“, sagt Anette Meyer vom NABU Rotenburg. Gemeinsam mit NABU-Mitglied Siegfried Janke wird die Journalistin dazu ein Fotoprojekt umsetzen und betreuen: Alte Aufnahmen sollen Besuchern der Einrichtung einen Eindruck vom hiesigen ländlichen Leben und der Gartenkultur verschaffen – historische Bilder im historischen Stall. Janke: „Wir benötigen Bilder von der Feldarbeit, Bilder aus dem Bauerngarten, Bilder im Hühnerstall... Da ist ganz vieles denkbar.“. Er hofft darauf, dass viele Menschen aus Rotenburg und dem ganzen Landkreis in ihren alten Fotoalben stöbern.

Besonders gut wäre es, wenn die Besitzer der Fotos noch etwas zu den Personen erzählen könnten, die auf den Bildern zu sehen sind. Wie heißen sie? Was tun sie gerade? Wo und wann etwa wurde das Bild aufgenommen? Denn neben den Bildern werden erklärende Texte stehen, die gern auch kleine Geschichten oder Anekdoten enthalten können.

In der Ausstellung werden nicht die Originale gezeigt, sondern eingescannte und vergrößerte Kopien. „Jeder bekommt seine Fotos unversehrt und zügig zurück“, verspricht Meyer. Wer sich an der Ausstellung beteiligen möchte oder noch Fragen dazu hat, kann sich melden bei Anette Meyer, Telefon 04263/911204, oder Siegfried Janke, Telefon 04261/83745.

Wer hat alte Fotos?

Wer alte Fotos hat, kann sich melden bei Siegfried Janke (04261/83745 oder Anette Meyer (04263/911204), Foto: Archiv des Heimatvereins Scheeße
Wer alte Fotos hat, kann sich melden bei Siegfried Janke (04261/83745 oder Anette Meyer (04263/911204), Foto: Archiv des Heimatvereins "Niedersachsen" e.V.Scheeßel

Mitmach- und Erlebnisgarten MEGa

Natur erleben mit Spaß und Spiel

Die große Vielfalt der Natur auf kleinem Raum sehen und erleben. Dazu lädt der Mitmach- und Erlebnisgarten MEGa am Hartmannshof in Rotenburg (Wümme) ein. Besucher finden zahlreiche Lebens- räume im Kleinen und Beete, Büsche und Bäume, die es lohnen, betrachtet zu werden.

Kinder sind begeistert von den Erlebnis- und Spieleinrichtungen auf dem Gelände – etwa vom Spielnistkasten oder dem Summstein. Doch auch die Erwachsenen sind eingeladen, ihre Sinne zu schärfen indem sie beispielsweise der Windharfe lauschen oder einen Wassertropfen auf seinem Weg durch ein Labyrinth verfolgen.

Schulklassen und andere Gruppen sind eingeladen, eigene Beete zu bepflanzen und zu pflegen und bei Führungen über die Vielfalt der Natur ins Staunen zu geraten.

Dieses Projekt hat der Nabu Rotenburg in Kooperation mit den Rotenburger Werken, einer diakonischen Einrichtung für Menschen mit Behinderungen, realisiert. Die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung gehört zum Konzept. Direkt neben dem Mitmach- und Erlebnisgarten MEGa liegt der Hartmannshof, ein ehemaliger Aussiedlerhof am Rande von Rotenburg (Wümme). Dort leben und arbeiten zwei Wohngruppen der Rotenburger Werke. Sie betreiben einen kleinen Bioland-Hof mit Legehennen, Mutterkuh-haltung, Apfelwiesen, Kartoffeln und Getreide. Und sie helfen dem NABU Rotenburg bei der Betreuung und Pflege des MEGa.

Der Garten ist ganzjährig geöffnet. Der Eintritt ist frei.

 

Der NABU Rotenburg und die Rotenbuger Werke wünschen viel Spaß beim Mitmachen und Erleben im MEGa!

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MEGa Übersichtsplan

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Hofcafé

Das Hofcafé hat jetzt einen Wintergarten und neue Außenplätze. Die 40 Innenplätze sind das ganze Jahr über geöffnet. Dazu kommen 20 Außenplätze.

 

Öffnungszeiten:

Mi. bis So.: 13 bis 18 Uhr

Kaffee und Kuchen

Mi. und So.: 9 bis 12 Uhr Frühstück.

 

Mo. und Di. geschlossen, für Gruppen mit Voranmeldung geöffnet.

 

Voranmeldungen unter

Telefon 04261/9630492.